Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier und dem Verein Reptilienschutzzentrum Berlin/Brandenburg e.V.

Eine bundesweite Gefahrtierverordnung muss her!

Dieses Nilkrokodil lebte in einem Keller in Frankfuirt, bis es ins aktion tier Reptilienschutzzentrum kam. © aktion tier e.V./Bauer
Dieses Nilkrokodil lebte in einem Keller in Frankfuirt, bevor es ins aktion tier Reptilienschutzzentrum kam. © aktion tier e.V./Bauer

Die aufgedeckten Fälle von illegaler Gifttierhaltung häufen sich, die Dunkelziffer dürfte um ein vielfaches höher sein. Giftige Tiere einfach so in einer Wohnung zu halten birgt große Risiken, nicht nur für Halter und Tier, sondern auch für andere Bewohner des Hauses oder in der Umgebung.

Deswegen weist aktion tier auf die dringende Notwendigkeit einer bundesweiten Gefahrtierverordnung hin. Bisher regeln dies die Länder immer noch nach eigenem Gusto. Es ist lobenswert, dass beispielsweise in Berlin eine klare gesetzliche Regelung besteht. Mehrere Bundesländer, darunter Brandenburg, haben jedoch keine entsprechende Verordnung. Dort kann jeder Giftschlangen halten, ohne eine entsprechende Sachkunde oder die Sicherheit der Unterbringungen nachweisen zu müssen. Dabei stellen Haltungen wie die gerade beendete nicht nur eine Gefahr für den Tierbesitzer, sondern auch noch mindestens für die anderen Bewohner des Hauses dar. Niemand hat das Recht, andere Menschen zu beunruhigen oder einer potentiellen Gefahr auszusetzen. 

Berlin geht als Beispiel voran

Die Haltung gefährlicher Wildtiere ist in Berlin in einer speziellen Verordnung geregelt. Teil A der Anlage zu dieser Verordnung beinhaltet Tiere wie beispielsweise Menschenaffen, Bären, große Raubkatzen, Panzerechsen, giftige Spinnen, Skorpione und Schlangen, die nicht von Privatpersonen gehalten werden dürfen. Dieses Verbot gilt ohne Ausnahme – Sondererlaubnisse werden nicht erteilt. In Teil B sind dann gefährliche Tiere aufgelistet, die nur mit einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde von Privatpersonen gehalten werden dürfen. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Vogelspinnen, Warane über 50 cm Körperlänge, Riesenschlangen über 2m und alle Affenarten außer Menschenaffen. Solche klaren Regelungen geben Amtstierärzten die Möglichkeit zum Handeln und -wenn nötig- auch zur Beschlagnahmung eines Tierbestandes.